Wir haben den Brooks weiterentwickelt
Als vor einigen Jahren die Hersteller von Kunststoffsätteln anfingen, Aussparungen in der Sattelnase einzuarbeiten, um damit den Uro-Genitalbereich zu entlasten und Taubheit zu verhindern, wurden sie zunächst belächelt. Mittlerweile hat sich dieses Detail aber sehr bewährt. Auch von dem Ledersattel-Hersteller Ideale hat es schon vor vielen Jahren die Delle in der Sattelnase gegeben.
Wir haben diese Entwicklung deshalb aufgegriffen und es ist uns in längeren Versuchsreihen gelungen, den Brooks-Ledersattel so umzuformen, daß auch hier eine spürbare Verbesserung eintritt.
Diese Errungenschaft bieten wir Ihnen für den vergleichsweise geringen Aufpreis von 10,-€ für jeden neuen Brooks-Ledersattel an. Auch die Einfahrzeit konnten wir durch einen kleinen Trick deutlich reduzieren.(siehe weiter unten).
Der Vergleich von Kunststoff- und Ledersattel
Der Sattel überträgt den größten Teil vom Gewicht des Fahrers, es lohnt sich daher, ihn einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. Die folgenden Aufgaben soll ein guter Sattel übernehmen:
- einen Großteil des Körpergewichts aufnehmen und den Druck auf die Sitzknochen verteilen und damit gering halten.
- den Uro-Genitalbereich entlasten.
- seitliche Führung bieten.
- dem Oberschenkel Freiraum zum Pedalieren lassen.
- Schweiß und Wärme abführen und so ein angenehmes Sitzgefühl ermöglichen.
Nicht jeder Sattel ist in der Lage, die o. a. Kriterien gleich gut zu erfüllen.
Wir haben die Vor- und Nachteile der Kunststoff-(auch Gel-) und Ledersättel einmal gegenüber gestellt und sind zu einem verblüffenden Ergebnis gelangt:
|
Eigenschaft |
Kunststoff |
Leder |
|---|---|---|
|
Druckverteilung für das Gesäß |
- |
+ |
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Entlastung des Uro-Genitalbereichs |
+ |
-(+) |
|
Seitliche Führung bieten |
+ |
+ |
|
Freiraum für den Oberschenkel |
+ |
+ |
|
Schweiß und Wärme abführen |
- |
+ |
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Nassen Sattel benutzen |
+ |
- |
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Kann abfärben |
+ |
- |
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Lebensdauer |
- |
+ |
Fazit:
Der Kunststoff(Gel)sattel ist für Strecken bis ca.10km hervorragend geeignet, wenn er die für die Sitzposition richtige Breite und Form besitzt. Im Alltag kann er seine Vorteile wie z.B. Nässeunempfindlichkeit voll ausspielen.
Der Ledersattel ist natürlich auch für Kurzstrecken geeignet, spielt seine Vorteile auf Langstrecken dann aber richtig aus. Insbesondere seine Wärmeleitfähigkeit und hervorragende Druckverteilung machen ihn sehr bequem und für viele Radreisende zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihres Rades.
Den Sattel schlechthin gibt es nicht! Lassen Sie sich bei ihrem Sattelkauf von uns deshalb ausgiebig beraten.Wir räumen ihnen ein Rückgaberecht für den Fall ein, dass sich ihr Hintern nicht mit ihm anfreunden kann.
Ein auch nur leicht verformter Ledersattel kann nicht zurückgenommen werden!
Vom Umgang mit dem Ledersattel
Nachdem Sie ihren Sattel käuflich erworben haben, soll er möglichst schnell sein angestrebtes Verhalten zeigen. Dazu hier einige Tipps:
- Die Neigung des Sattels sollte so eingestellt werden, daß Sie weder das Gefühl haben, weiter hinten sitzen zu wollen (Sattelnase zu tief), noch daß Sie Druck im Schritt verspüren (Sattelnase zu hoch).
- Fahren Sie ihren Sattel anfangs nur kürzere Strecken. Dadurch wird ihr Hintern geschont und ihre Sitzhöcker graben sich langsam in die Satteldecke ein. Sie können diesen Vorgang beschleunigen, in dem Sie mit Wasser getränkten Zellstoff in der Größe von 2€-Stücken auf die Ober- und Unterseite des Sattels dort auflegen, wo sich sonst die Sitzhöcker befinden. Die Stellen, an denen die Sitzhöcker aufliegen, lassen sich durch vorheriges Fahren nach ca. 50 bis 100km gut ermitteln. Lassen Sie den mit Wasser getränkten Zellstoff ca. 1Stunde einwirken. Wasser macht das Leder nachgebig. Anschließend fahren Sie mit ihrem Rad und überprüfen nach 10, 50, 100 Metern die Entwicklung des Abdrucks in Ihrem Sattel. Übertreiben Sie nicht, auch hier gilt: „weniger ist mehr". Auch auf diese Art kann ein Sattel zerstört werden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Dellen tief genug sind (max. 3mm), lassen Sie den Sattel vollständig trocknen.
- Pinseln Sie ihren Ledersattel von der Unterseite mit Lederfett ein und legen Sie ihn dann für ca. 30 Minuten bei ca. 50-70grd.Celsius in den Backofen. Diesen Vorgang sollten Sie jährlich wiederholen. Dadurch bleibt das Leder geschmeidig.
- Leder ist ein Naturprodukt, welches auf ihrer Hose bleibende „Abdrücke" hinterlassen kann. Wir haben die besten Erfahrungen mit schwarzen Sätteln gemacht, diese haben bei dem Autor dieses Berichts nicht abgefärbt.
- Jeder Sattel kann Schmerzen verursachen, wenn Sie die falsche Hose tragen. Die Fahrradhose (auch die Unterhose) sollte keine auftragenden Nähte im Sitzbereich aufweisen. Es gibt spezielle Fahrradhosen, die genau diesen Zweck erfüllen.
Der Gebrauch der hier abgedruckten Tipps geschieht auf eigene Verantwortung.
Für Anregungen und Rückmeldungen sind wir immer dankbar.


